TIPPS FÜR ERWACHSENE UND KIDS
FÜR DEN UMGANG MIT DEM INTERNET
Broschüre herausgebracht von der Polizei, mit der Unterstützung von buser-informatik
Liebe Mütter, liebe Väter
Mädchen und Jungen begegnen der Welt mit einer unerschöpflichen Neugier, sie wollen sie kennen lernen und eigene Räume entdecken. Sie sind fasziniert von Begegnungen, insbesondere wenn diese ausserhalb der elterlichen Kontrolle stattfinden. Das ist auch gut so!
Chaträume bieten genau diese Möglichkeiten. Sie eröffnen Kindern und Jugendlichen eine andere Welt, in der sie nicht nur interessante Leute kennen lernen, sondern auch sich selbst ihren eigenen Vorstellungen entsprechend präsentieren und ausprobieren können. Es macht ihnen Spass, im Chat andere Rollen zu spielen und ihr Geschlecht, Alter, äusseres Erscheinungsbild, Hobbys, Vorlieben, persönliche Eigenschaften, Wohnort usw. frei zu erfinden.
Vielleicht haben Sie in der letzten Zeit etwas über die Gefahren im Chat gehört und sind in Sorge um Ihre Tochter oder Ihren Sohn. Die Medien informieren zunehmend darüber, dass viele Missbraucher und Missbraucherinnen Chaträume als eine Möglichkeit entdeckt haben, um mit Opfern in Kontakt zu kommen und diese für die Befriedigung ihrer sexuellen Gewaltfantasien zu missbrauchen. Trotz der Gefahren im Chat sollten Mütter und Väter auf keinen Fall Chats verteufeln und ihren Töchtern und Söhnen vor den Gefahren Angst machen. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Sie schwächt die Widerstandskraft, denn Angst lähmt. Ebenso wenig sind Verbote sinnvoll. Verbote führen nur dazu, dass Kinder und Jugendliche ohne Wissen der Erwachsenen heimlich chatten. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Und im Falle einer sexuellen Ausbeutung werden sie sich ihren Eltern und anderen Vertrauenspersonen noch weniger als ohnehin anvertrauen.
Mädchen und Jungen brauchen sachliche Informationen und gesundes Misstrauen, damit sie die Gefahren im Chat früh erkennen und den Ticks von Tätern und Täterinnen nicht auf den Leim gehen. Sie brauchen Mütter und Väter, die ausreichend informiert sind, die mit ihnen gemeinsam die Welt des Chats entdecken und Widerstandsformen gegen sexuellen Missbrauch erproben.
Diese Broschüre wurde von Zartbitter, e.V., Köln, einer Kontaktstelle gegen sexuelle Übergriffe an Mädchen und Jungen, erarbeitet. Die Mitarbeitenden von Zartbitter haben über einen langen Zeitraum regelmässig unter Pseudonym in allgemein bekannten und z.T. von Fachleuten empfohlenen Kinder- und Jugendchaträumen gechattet. Sie haben sich über die Gefahren im Chat informiert und ausprobiert, wie Mädchen und Jungen sich gegen sexuelle Übergriffe im Chat wehren können.
Die Broschüre „click it! – Tipps gegen sexuellen Missbrauch im Chat“ informiert Sie darüber, wie Täter und Täterinnen im Chat Mädchen und Jungen missbrauchen und wie Mütter und Väter sie davor schützen können.
Ihnen und Ihren Töchtern und Söhnen wünschen wir alles Gute!
„Chatten“ kommt aus dem Englischen und heisst „plaudern“. Ein Chat ist ein Onlinedialog, den zwei oder mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleichzeitig führen, indem sie ihre Botschaften per Computer live übermitteln.
Was ist ein Chat?
Um sich im Chat anzumelden, muss man sich einen Nick(Name) (Fantasienamen/Pseudonym) ausdenken und ein Passwort eingeben.
Im eigentlichen Chatraum, in dem sich zahlreiche Chatter treffen, ist der schriftliche Dialog für alle Anwesenden lesbar. In den meisten Chats kann jeder jeden zu einem Dialog in ein gesondertes Fenster (Privatraum) einladen, das mit einem Mausklick geöffnet werden kann.
Dieser Dialog kann von niemandem verfolgt werden – auch nicht von einem Moderator (Betreuer), den es in einigen (Kinder) Chats gibt und dessen Aufgabe es ist, darauf zu achten, dass die Chatiquette (Regeln des Chats) eingehalten wird.
Es hat sich eine eigene Chatsprache entwickelt: Auf Grosschreibung wird gänzlich verzichtet, vieles wird abgekürzt, Gefühle werden häufig über Smileys ausgedrückt.
Bei entsprechender technischer Ausstattung kann man in vielen Chaträumen die Dialogpartnerinnen/partner auch hören. Mithilfe von Mikrofonen wird die Voice (Stimme) übertragen, mithilfe von Webcams (an die Computer angeschlossene Filmkameras) werden Bilder live aufgezeichnet und übertragen. So kann man im Chat „telefonieren“ und dabei den Gesprächspartner auf dem Bildschirm sehen. Haben beide Chatpartner eine Cam und betrachten sich gegenseitig auf dem Bildschirm so nennt man das cam2cam.
In fast allen Chats können die User (Nutzer) ein eigenes Profil (Steckbrief) anlegen, in dem sie Angaben zu ihrer Person (Hobbys, Motto, Beruf…) machen und ein Foto hineinstellen können.
Oft tauschen „Chatfreunde“ ihre privaten E-Mail- Adressen aus und/oder lassen den Kontakt über Messenger (MSN, Yahoo, ICQ…) laufen, einen privaten „Briefkasten“, in dem man auch eine Liste der „Chatfreunde) anlegen kann und der dann anzeigt, welche „Chatfreunde“ gerade online sind. Über den Messenger können auch Cam-Aufzeichnung und Voice übertragen und Pics (Bilder) und Filme verschickt werden.
Messenger-Software stellen viele grosse Internetanbieter kostenlos zu Verfügung. Man kann sie ohne besondere technische Vorkenntnisse im Internet downloaden (herunterladen).
Die zunehmende Einfachheit der Chat-Software macht es möglich, dass Chats auf vielen Homepages installiert werden. Das Angebotfinanziert sich in der Regel über Werbung.
Achtung: Mit tragbaren Kleincomputern und WLAN (drahtloses Internet), in Internetcafés oder mit modernen Handys lassen sich Chat und Messenger auch unterwegs auf die genau gleiche Art benutzen!
Wie Mädchen und Jungs im Chat missbraucht werden
Es gibt sehr unterschiedliche Formen der sexuellen Ausbeutung von Mädchen und Jungen in Chaträumen. Täter und Täterinnen…
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belästigen Mädchen und Jungen mit sexueller Anmache,
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verwickeln ihre Opfer in Chatdialoge über sexuelle Praktiken,
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fragen Mädchen und Jungen nach ihren sexuellen Erfahrungen aus,
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beschreiben Kindern und Jugendlichen detailliert ihre sexuellen Vorlieben - bis hin Zu Perversionen,
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fordern Mädchen auf ihre getragenen Slips zu verkaufen,
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versenden pornografisches Material – auch Bilder und Filme der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen,
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befriedigen sich selbst vor der Webcam und übertragen die Bilder auf den Bildschirm des Opfers
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verführen Mädchen und Jungen sich selbst vor der Webcam zu befriedigen und ihnen die Bilder zu übertragen
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-erstellen pornografische Filme, indem sie die Cam-Übertragungen mit sexuellen Handlungen der Kinder und Jugendlichen aufzeichnen
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produzieren virtuelle Pornografie, indem sie die Köpfe von Fotos ihrer kindlichen und jugendlichen Chatfreunde, die in deren Profil stehen bzw. ihnen von den Mädchen und Jungen gemailt wurden, in pornografische Bilder montieren und sie dann zur Erpressung nutzen
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verabreden sich mit Mädchen und Jungen zu Treffen in der realen Welt, um sie zu missbrauchen
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bieten Mädchen und Jungen Geld, damit sie zu diesem Treffen andere Kinder Jugendliche mitbringen…
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Die Strategien der Täter und Täterinnen
So wie jeder Dieb oder Betrüger seine „Masche“ entwickelt, um möglichst ohne besonderen Aufwand grosse Beute zu machen, so entwickeln Täter und Täterinnen ihre Strategien, um möglichst unentdeckt Mädchen und Jungen zu missbrauchen. Viele klären zunächst ab, ob ihre kindlichen und jugendlichen Chatpartner-/partnerinnen allein vor dem Bildschirm sitzen oder ob Erwachsene in der Nähe sind, die evtl. den Chatdialog mitbekommen könnten. Nicht wenige geben sich als Gleichaltrige aus, um mit dieser Tarnung das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen zu erschleichen. Einige wählen die „Masche des lieben, verständnisvollen Onkels“ und verwickeln Mädchen und Jungen in Gespräche, um so Informationen über deren Lebensumstände zu bekommen und in einem nächsten Schritt vorsichtig die kindliche Neugier an Themen wie Freundschaft, Liebe und Sexualität zu wecken. Andere überrumpeln Mädchen und Jungen, indem sie unaufgefordert pornografische Bilder oder Liveübertragungen ihrer exhibitionistischen Handlungen über Messenger senden. Die Kinder könnten zwar die ihnen übersandten Dateien geschlossen lassen und wegklicken, doch das tun viele nicht: Sie sind verständlicherweise neugierig und wollen wissen, was sich in ihrer virtuellen Post befindet.
Fast alle Täter versuchen, ihren Opfern einzureden, dass es angeblich ganz normal ist, wenn Erwachsene und Jugendliche sexuelle Kontakte zu Kindern haben und mit den jungen Opfern ihre perversen Fantasien ausleben. Nicht selten bieten sie den Mädchen und Jungen einen vermeintlich „fairen Deal“ an und machen Geldangebote. Häufig erklären Täter und Täterinnen den Kontakt zum Gemeinsamen Geheimnis. Leisten Kindern und Jungendlichen Widerstand, steigern die Täter und Täterinnen meist zunächst ihre Verführungskünste oder erpressen diese. Sie drohen z.B. damit, von ihnen mithilfe des Computers produzierte pornografische Darstellungen mit den Köpfen der Mädchen und Jungen ins Netz zu stellen.
Einige versuchen, ihr Ziel zu erreichen, indem sie nerven: Sie setzen das Kind auf ihre Freundesliste und bekommen über den Messenger umgehend mitgeteilt, wenn das Kind sich zu einem anderen Zeitpunkt in den Chat einloggt. Das „Spiel“ beginnt von neuem…
Was sie als Eltern wissen müssen
Kinder und Jugendliche kennen sich mit der Technik des Datennetzes in der Regel weitaus besser aus als Erwachsene, doch begegnen sie Tätern und Täterinnen im Netz völlig unvorbereitet und sind folglich nicht in der Lage, deren Strategien zu durchschauen. Viele Mädchen und Jungen kommen zum Beispiel gar nicht auf die Idee, dass die Angaben zur Person (Porträts), die ihnen Gesprächspartner mailen, gefälscht sein könnten.
Die meisten jungen Chatterinnen und Chatter fühlen sich vor dem Bildschirm in ihrer vertrauten Umgebung sicher. Aus dem Bewusstsein der Stärke lassen sie sich nicht selten auch bei eindeutiger sexuellen Anmache auf Chatdialoge mit Tätern und Täterinnen ein, auf die sie sich im realen Leben niemals einlassen würden. Die Folgen für ihre seelische Gesundheit können sie nicht abschätzen.
Bei einem normalen Kontakt im realen Leben begegnen Kinder fremden Erwachsenen meist mit einer gesunden Distanz. In Chaträumen sieht man das äussere Erscheinungsbild des Gegenübers nicht und hat somit oftmals zu Personen Kontakt, mit denen man im Alltag aufgrund einer wenig sympathischen Ausstrahlung niemals reden würde.
Im Chat duzt man sich. Damit fällt ein in der Schweiz üblicher Ausdruck des Respekts vor der persönlichen Intimsphäre des anderen weg; es wird eine trügerische Atmosphäre der Vertrautheit geschaffen. Kinder und Jugendliche geniessen es, sich mit Erwachsenen „gleichberechtigt“ austauschen zu können, und begegnen ihren erwachsenen „Chatfreunden“ häufig mit der gleichen Vertrautheit wie ihren gleichaltrigen Freundinnen und Freunden im realen Leben. Oftmals sind sie ihren „Chatfreunden“ gegenüber sogar noch offener und geben ihnen sehr persönliche Informationen, die auf keinen Fall an Dritte gelangen sollen.
Es gibt keine typischen Opfer sexueller Ausbeutung in Chaträumen. Gefährdet sind auch Kinder, deren Eltern davon überzeugt sind, dass ihre selbstbewussten Töchter und Söhne garantiert nicht zum Opfer werden.
Diesen Mädchen und Jungen mangelt es häufig an gesundem Misstrauen. Sie überschätzen ihre Widerstandskraft und unterschätzen die kriminelle Energie, die List und Tücke der Täter und Täterinnen.
Im Chat wird nicht nur sexuelle Gewalt durch erwachsene Männer und Frauen verübt, sondern vielfach auch durch ältere Jugendliche.
Erwachsene raten Mädchen und Jungen in der Regel, den Computer einfach auszumachen, falls sie im Internet auf etwas Beängstigendes stossen. Eine solche “Flucht“ beendet zwar die Konfrontation mit der Gewalt, was bleibt, ist jedoch das unverarbeitete Entsetzen in Bild und Wort
Filterprogramme zum Schutze vor jugendgefährdenden Inhalten funktionieren in Chaträumen grundsätzlich nicht. Sie können die Chatdialoge nicht überwachen. Filterprogramme können Chaträume nur komplett sperren.
Einige Chatanbieter haben deshalb eine Software installiert, die bestimmte Begriffe durch andere ersetzt. Schreibt man das Wort „Sex“ so erscheint etwa im Chat „Blumen“. Viele Chatter tricksen die Filterprogramme aus: Sie schreiben z.B. „s*e*x“ statt „sex“.
Wie Sie Ihre Töchter und Söhne schützen können
Als Eltern haben sie viele Möglichkeiten, die Gefahr der sexuellen Ausbeutung Ihrer Kinder im Chat zu verringern.
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Lernen sie selbst den Umgang mit dem Computer und dem Internet, damit Sie einen Einblick in die virtuelle Erlebniswelt Ihres Kindes bekommen.
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Lassen Sie sich von Ihren Töchtern und Söhnen die Technik erklären und lassen Sie sich deren Lieblings-Chats zeigen.
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Chaträume sind als Babysitter gänzlich ungeeignet. Chatten Sie regelmässig gemeinsam mit Ihrem Kind – genauso wie Sie gemeinsam fernsehen.
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Sorgen Sie dafür, dass Ihre Söhne und Töchter ihre Lieblingschats unter „Favoriten“ abspeichern. So besteht nicht die Gefahr, dass Ihre Töchter und Söhne aufgrund von Tippfehlern auf anderen Seiten landen.
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Geben Sie sich bei gemeinsamen Chatbesuchen als Kind aus. Durch dieses Rollenspiel erleben Ihre Kinder, dass sich im Chat Erwachsene als Kinder ausgeben.
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Sprechen Sie mit Ihren Töchtern und Söhnen darüber, wie man sich generell gegen sexuelle Anmache und Exhibitionisten wehren kann. Um sich dagegen im Chat zu wehren, sollten Ihre Kinder solche Chatter unbedingt „blockieren“.
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Sprechen Sie kein Chatverbot aus! Dadurch erreichen Sie nur, dass Ihre Kinder heimlich chatten – in Internetcafés, bei Freundinnen und Freunden und Ihrer Abwesenheit.
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Seien Sie Ihren Kindern ein Vorbild dafür, dass keine persönlichen Informationen ins Netz gehören. Tragen Sie z.B. dafür Sorge, dass auf den Websites von Schulen und Vereinen keine persönlichen Informationen über Ihre Töchter und Söhne stehen (z.B. Name und Hobby). Einige Täter und Täterinnen informieren sich über die Websites von Schulen, um anschliessend gezielt Kinder von der Schule anzusprechen. Vereine und Schulen sollten vor Hineinstellung von Fotos oder anderer personenbezogener Daten ins Internet die schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten einholen – auch wenn der Name des Kindes im Zusammenhang mit dem Foto nicht angegeben wird.
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Die meisten Kinder suchen E-Mail-Freunde. Legen Sie für Ihr Kind eine zweite
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E-Mail -Adresse an, damit Ihre Tochter/Ihr Sohn nicht die offizielle E-Mail-Adresse der Familie an Unbekannte weitergibt.
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Sprechen Sie mit Ihrem Kind eine Begrenzung der Chat-/Internetzeiten ab. Eine Stunde pro Tag sollte z.B. bei 12-jährigen das Maximum sein. Sonst besteht die Gefahr, dass Ihre Tochter/Ihr Sohn Kontakte im realen Leben vernachlässigt und zu wenig Zeit zum Spielen oder für andere Aktivitäten hat.
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Die Internetaktivitäten von Kindern, die zu aggressivem Verhalten neigen, sollten in jedem Fall zeitlich begrenzt sein.
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Klare Regeln für den Umgang mit dem Internet sind pädagogisch sicherlich sinnvoller als flexible. Mädchen und Jungen müssen die Konsequenzen kennen, die erfolgen und von den Erwachsenen klar durchgesetzt werden, sobald sie gegen diese Regeln verstossen (z.B. zeitlich befristetes Internetverbot).
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Internetanschlüsse sollten niemals in Kinderzimmern installiert werden! Tragen sie dafür Sorge, dass Ihre Kinder nicht unkontrolliert online gehen können. (Vorsicht bei drahtlosem Internetanschluss!)
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Stellen Sie den Computer mit Internetanschluss an einen zentralen Platz in der Wohnung (Wohn- oder Arbeitszimmer), sodass Sie nebenbei mitbekommen, wie lange und womit sich Ihre Tochter/Ihr Sohn im Internet beschäftigt.
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Versuchen Sie, möglichst keine Webcam anzuschaffen!
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Beobachten Sie, in welchen Chaträumen Ihre Töchter und Söhne bewegen, von wem sie E-Mails bekommen und wem sie schreiben. Betätigen sie sich nicht heimlich, kündigen Sie Ihren Kindern Kontrollen an. Behalten sie die Internetaktivitäten Ihrer Kinder im Auge. Schauen Sie z.B. unter „Verlauf“ und „Temporary Internet Files“ nach, auf welchen Seiten ihr Sohn/Ihre Tochter gesurft hat.
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Kinder sollten die eigenverantwortliche Nutzung des Internets erlernen. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Kind verantwortungsvoll mit dem Medium umgeht, sollten Sie ab ungefähr zwölf Jahre schrittweise einen weniger kontrollierten Internetzugang gewähren.
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Bleiben Sie auch mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Gespräch über Entwicklung und persönliche Erfahrungen in der virtuellen Welt. Beziehen Sie den Austausch über Erfahrungen im Chatraum genauso in das alltägliche Familiengespräch ein wie Erlebnisse in der Schule, im Rahmen der Berufsausbildung oder in der Freizeit.
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Seien Sie achtsam, wenn Ihre Töchter und Söhne wiederholt um gehend den Computer abstellen sobald sie den Raum betreten, oder wenn sie stundenlang online sind. Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus, wie deren Kinder beim Chatten verhalten. Sprechen Sie mit Ihrem Kind und versuchen Sie, herauszufinden, was die Ursache für die Auffälligkeiten sind.
Wenn Ihr Kind im Chat belästigt wurde
Trotz aller Vorsicht können Mädchen und Jungen im Chat und übers Handy belästigt werden oder Sachen sehen, die sie verstören. In der Schule oder in der Freizeit können sie Opfer sexueller Ausbeutung werden. Sie haben eine hohe Chance, die Gewalterfahrungen ohne Langzeitfolgen zu verarbeiten, wenn die Umwelt ihnen eine ruhige und kindliche Unterstützung bei der Bewältigung gibt.
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Reagieren Sie besonnen und nicht mit Panik! Atmen Sie tief durch und werden Sie zunächst Ihrer eigenen Reaktionen bewusst! Allzu heftige Reaktionen sind zwar menschlich verständlich, lassen betroffene Kinder und Jungendliche jedoch oftmals gänzlich verstummen.
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Machen sie Ihrem Kind keinen Vorwurf, auch wenn es sich Ihnen nicht anvertraut hat und Sie den Missbrauch nur durch Zufall entdeckt haben (z.B. aufgrund von Telefonanrufen oder Geschenken durch Fremde, Hinweise im Computer oder durch andere Kinder). Nur ganz selten vertrauen sich die Opfer selbst ihren Eltern an. Stellen Sie ruhige und sachliche Fragen über den Ablauf des Missbrauchs und ermutigen Sie das Opfer, darüber zu sprechen. Überhäufen Sie das Mädchen/-den Jungen nicht mit Fragen und diskutieren sie nicht darüber, ob sie/er zuvor etwas falsch gemacht oder sich nicht an Absprachen gehalten hat. Ganz gleich, wie ein Mädchen oder Junge sich verhalten hat, die Verantwortung für einen sexuellen Missbrauch trägt immer der Täter/die Täterin!
Wenn trotzdem etwas passiert ist…
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Trösten Sie das Opfer. Bleiben Sie dabei ruhig, dramatisieren Sie nicht!
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Zeigt das Opfer spontane physische Reaktionen (Weinen, Zittern, Frieren, Magenkrämpfe…), so ist das in Ordnung. Diese Reaktionen sind nicht übertrieben. Es hilft, wenn man Angst, Ekel und Schrecken zum Ausdruck bringt.
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Verliert sich das Kind im eigenen Schmerz und ist es trotz ruhiger und klarer Ansprache nicht mehr erreichbar, so hilft oftmals Bewegung (z.B. ein kleiner Spaziergang), um das Mädchen/den Jungen wieder in die Realität zu holen.
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Sprechen Sie das Kind nicht vor dem Einschlafen auf die sexuellen Gewalterfahrungen an. Schlafstörungen und Alpträume sind häufig die Folge.
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Der gesunde Menschenverstand reicht jedoch allein nicht aus, um betroffenen Kinder und Jugendlichen helfen zu können.
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Erwachsene müssen z.B. darüber informiert sein, welche besondern Reaktionsweisen Kinder haben, die mit kinderpornografischem Material konfrontiert wurden. Holen sie sich fachliche Beratung, damit Sie Ihrem Kind eine wirkliche Hilfe sind!
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Die Adressen von wichtigen Beratungsstellen finden sie am Schluss dieser Broschüre.
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